Drei Fragen an...

Verena Faber, Kuratorin am Museum für Neue Kunst

Fassade des Museums für Neue Kunst
Das Museum für Neue Kunst. (Foto: MNK)
Porträt Verena Faber
Verena Faber vom Museum für Neue Kunst. (Foto: Seeger/Stadt Freiburg)

Die neue Ausstellung im Museum für Neue Kunst zeigt Werke von Marta Kuhn-Weber. Die 1990 verstorbene Künstlerin wird als extravagant, selbstbewusst und eigenwillig beschrieben. Ob das auch in „Marta! Puppen, Pop & Poesie“ zu sehen ist, haben wir Verena Faber gefragt, die die Schau gemeinsam mit Museumsleiterin Christine Litz kuratiert hat.

1. Wie sind Sie auf diese vielen sicherlich unbekannte Künstlerin gestoßen?

Per Glück und Zufall. Wir sind vor etwa drei Jahren in einem älteren Katalog der Kunstakademie Karlsruhe auf den Namen Marta Kuhn-Weber gestoßen. Sie war Schülerin von Karl Hubbuch in den 1920er-Jahren, Studien- und Lebensdaten jedoch vollkommen unbekannt. Damit ging unsere Spurensuche los: Von einem Dachboden in Niedersachsen hat sie uns zu einem Bilderlager in Südwestfrankreich geführt. aus der großen Unbekannten wurde eine echte Wiederentdeckung: einer tollen Künstlerin mit spannender Biografie und einem sehr besonderen Werk.

2. Puppen sind selten in Museen zu sehen. Washat es damit auf sich?

marta Kuhn-Weber fing in den 1950er-Jahren in Freiburg an, übergroße Puppen zu machen: Barmädchen, Clowns und Sagengestalten.In ihrer Pariser Zeit fand sie dann Inspiration in Film, Literatur, Theater, Showbiz und der queeren Szene. In der Ausstellung sind Puppen von Stars wie Marilyn Monroe, Salvador DalÍ, Sharon Tate und anderen mehr zu sehen.

3.  Was erwartet die Besucher*innen?

Sehr viel! Neben den Puppen, die wir in ganz unterschiedlichen Szenen zeigen, geht es auch um Pop und Poesie. Pop, weil die Künstlerin in den 1970er-Jahren von Musiker*innen wie mick Jagger und Janis Joplin Puppen gemacht hat. Und um Poesie, weil Marta selbst gedichte schrieb. Die Ausstellung lebt auch von Film- und Musikclips, von filmischen Puppenanimationen der Freiburger Figurenspielerin Vanessa Valk und einer Puppe, die Besucher*innen selbst gestalten können. Und mit der Spotify-Playlist „Songs for Marta“ gibt es ein Souvenir für zu Hause.

Dieser Artikel erschien im Amtsblatt Nr. 883, am 28. März 2025. Wer auf dem Laufenden bleiben will, wird alle zwei Wochen per Newsletter über das neue Amtsblatt informiert. Jetzt anmelden!

Veröffentlicht am 14. März 2025