Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren wurde „Südbaden hilft“ anlässlich des Tsunami in Südostasien ins Leben gerufen: Die gemeinsame Aktion des Hilfswerks der deutschen Caritas, „Caritas international“, der Stadt Freiburg, der Badischen Zeitung und des Freiburger Studio des Südwestrundfunks erbrachte mehr als 600.000 Euro an Spenden- und Sponsorengeldern, die zusammen mit weiteren Mitteln der Caritas in den Wiederaufbau der südindischen Region Chengalpattu investiert worden sind. Weit über die Akuthilfe zum Überleben hat „Südbaden hilft“ damit den Menschen in der Region am Indischen Ozean eine sichere und dauerhafte Lebensgrundlage mit neuen Häusern und wirtschaftlich tragfähigen Strukturen gegeben. In der jüngeren Geschichte der Stadt und Region Freiburg ist „Südbaden hilft“ die bisher erfolgreichste Spendenaktion.
An die Hilfsbereitschaft der Freiburgerinnen und Freiburger will das Bündnis „Südbaden hilft“ nun wieder angesichts der verheerenden Naturkatastrophe in Haiti anknüpfen. Im Namen von „Südbaden hilft“ rufen der Präsident des Deutschen Caritasverbands, Prälat Peter Neher, und Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon gemeinsam zu Spenden auf, um den Opfern einer der größten Naturkatastrophe mit vermutlich 200.000 Toten helfen zu können. Caritas international, die Stadt Freiburg, die Badische Zeitung und der SWR wollen damit die Erfahrungen der guten Zusammenarbeit nach dem Tsunami Weihnachten 2004 nutzen und erneut für ein lokal begrenztes Projekt in Haiti ein langfristig wirksames Konzept einer nachhaltigen Wiederaufbauhilfe realisieren. OB Salomon: „Das Erdbeben hat eines der ärmsten Länder der westlichen Welt in einer unvorstellbaren Dramatik getroffen. Ohne Unterstützung der Weltgemeinschaft ist ein Wiederaufbau mit einer Lebensperspektive der Überlebenden nicht vorstellbar.“ Freiburg setzt dabei auf die Erfahrung von Caritas international als Hilfswerk der deutschen Caritas in humanitären Hilfseinsätzen.
Aktuell sind bereits sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Caritas international aus Freiburg in Haiti und wirken an der Nothilfe mit, darunter neben einem Arzt und einem Fachmann für Logistik auch eine Krankenschwester aus Badenweiler, die die Sprache des Landes beherrscht. Caritas international richtet sich darauf ein, über die jetzt notwendige medizinische Hilfe für Verletzte und die überlebenswichtige Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln hinaus für längere Zeit mit einem deutschen Team in Haiti zu arbeiten. Derzeit konzentriert sich der Einsatz der deutschen Caritas-Helfer zusammen mit der haitianischen Caritas auf die Versorgung mit Wasseraufbereitungstabletten, Lebensmitteln, medizinischen Gütern, Decken, Zelten und Werkzeugen, um Menschenleben zu retten. In der Nacht zum Dienstag startete von Belgien aus ein Lufttransport mit weiteren Hilfsgütern, der von einem Freiburger Mitarbeiter begleitet wurde; vor Ort wird der Transport zusammen mit anderen Hilfswerken, darunter dem deutschen THW organisiert.
Wie bereits vor fünf Jahren, zielt die Aktion „Südbaden hilft“ vor allem auf den nachhaltigen und langfristigen Wiederaufbau. Das vor Ort in Haiti aktive Freiburger Caritas-Team sondiert derzeit die Situation außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince. Nach den bisher erst spärlichen Informationen angesichts vielfach unterbrochener Straßenverbindungen und weitgehend gestörter Telefonnetze ist davon auszugehen, dass viele kleinere Städte und Gemeinden außerhalb von Port-au-Prince noch schlimmer als die Hauptstadt betroffen sind. So berichtet Alexander Bühler von Caritas international Freiburg aus Haiti, dass in der rund 40 Kilometer westlich von Port-au-Prince gelegenen Kleinstadt Léogâne rund 90 Prozent aller Gebäude zerstört sind.
Léogâne kann ein Beispiel dafür werden, wie die Aktion „Südbaden hilft“ unterstützen kann: Durch den Wiederaufbau von Häusern, durch wirtschaftliche Strukturen, die den Menschen auf Dauer ein Überleben aus eigener Kraft ermöglichen, mit Produkten aus eigenem Anbau – kurzum: Hilfe zur Selbsthilfe im besten Sinne des Wortes. Dies war auch das erfolgreich umgesetzte Ziel nach dem Tsunami in der Region Chengalpattu am Indischen Ozean, wo die bis dahin fast ausschließlich vom Fischfang abhängigen Menschen mit den Spendengeldern von „Südbaden hilft“ nicht nur neue Häuser erhalten haben, sondern auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten in nachhaltig wirksamen kleinteiligen Wirtschaftsstrukturen, die mittlerweile aus eigener Kraft erfolgreich funktionieren und vielen Familien ein Auskommen sichern.
„Angesichts der erschütternden Bilder aus Haiti ist heute diese Vorstellung nur schwer möglich. Sie kann aber eine Chance sein, langfristig Stabilität und wirtschaftliche Existenzen für die Menschen zu schaffen“ – so die Initiatoren von „Südbaden hilft“.
Die Stadt Freiburg, Caritas international, die Badische Zeitung und der SWR Freiburg verbürgen sich dafür, dass jeder Spendeneuro für „Südbaden hilft“ auch den Menschen in Haiti zugute kommt. Selbstverständlich sind alle Spenden steuerlich abzugsfähig.

Südbaden hilft für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben:
Spendenkonto 19 19 19
bei der Sparkasse Freiburg – Nördlicher Breisgau
(BLZ 680 501 01), Verwendungszweck: „Südbaden hilft“





RSS-Feed





